Rücksicht während der Vegetationszeit
Der Frühling ist eine besonders empfindliche Phase für Pflanzen, Wildtiere und die Landwirtschaft. Wiesen wachsen, Kulturen entwickeln sich und viele Tiere bringen ihre Jungen zur Welt. Gleichzeitig nutzen zahlreiche Menschen die Natur zur Erholung. Damit dieses Nebeneinander funktioniert, ist ein respektvoller Umgang mit der Umgebung entscheidend.
Während dieser Zeit wird die Grundlage für die spätere Ernte gelegt. Landwirtschaftliche Flächen sind deshalb besonders schützenswert. Bereits wenige Schritte können Pflanzen beschädigen und Erträge mindern.
Ein konkretes Beispiel: Wer quer über eine frisch gewachsene Wiese läuft, drückt die Halme nieder – diese richten sich oft nicht mehr auf und fehlen später im Futter. Auch kleine Verunreinigungen haben grosse Folgen: Eine weggeworfene Glasflasche kann beim Mähen zersplittern und ins Futter gelangen, was für Nutztiere gefährlich ist.
Klare Regel: Betretungsverbot
Während der Vegetationszeit gilt ein klares Betretungsverbot für Wiesen, Äcker und Kulturen. Diese Flächen dienen der Lebensmittelproduktion und sind keine Freizeitbereiche. Bereits wenige Schritte können Pflanzen beschädigen und das Wachstum beeinträchtigen. Besonders junge oder dicht stehende Kulturen reagieren empfindlich auf Trittschäden.
Auch hier ein Beispiel: Ein kurzer Abstecher für ein Foto mitten in einer blühenden Wiese hinterlässt oft sichtbare Spuren, die sich über die ganze Saison nicht mehr erholen. Das Betretungsverbot gilt daher konsequent – auch für scheinbar harmlose Situationen.
Natur nutzen – aber rücksichtsvoll
Erholung in der Natur bleibt möglich, sofern einfache Regeln eingehalten werden. Wege und markierte Routen sind zu nutzen, Abkürzungen über Felder zu vermeiden. Pflanzen und Tiere dürfen nicht gestört werden, und Abfälle sind wieder mitzunehmen und korrekt zu entsorgen.
Ein Beispiel: Statt quer über eine Wiese zu laufen, führt meist ein Weg am Rand entlang – mit gleicher Aussicht, aber ohne Schaden für die Fläche.
Leinenpflicht und Verhalten mit Hund
Freilaufende Hunde können Jungtiere aufspüren und gefährden. Dabei kommt es immer wieder zu Verletzungen oder zum Tod von Rehkitzen. Auch tragende Muttertiere sind in dieser Phase besonders verletzlich. Hunde sind deshalb konsequent an der Leine zu führen, insbesondere in Feld- und Waldrandgebieten.
Ein konkretes Beispiel: Ein Hund, der im hohen Gras stöbert, kann ein gut getarntes Rehkitz aufscheuchen oder verletzen – oft unbemerkt durch die Halterin oder den Halter. Zusätzlich gilt: Hunde bleiben auf den Wegen, landwirtschaftliche Flächen dürfen nicht betreten werden, und Hundekot ist aufzunehmen und korrekt zu entsorgen. Liegen gelassener Hundekot kann ins Futter geraten und stellt ein Risiko für Nutztiere dar.
Schutz der Wildtiere
Die Frühlingszeit erfordert Rücksicht auf Tiere, die oft unsichtbar im Gras oder am Boden leben. Viele Jungtiere reagieren nicht mit Flucht, sondern bleiben reglos liegen.
Ein Beispiel: Wer beim Spaziergang ein Rehkitz entdeckt, sollte Abstand halten und es keinesfalls berühren. Die Mutter ist meist in der Nähe und kehrt zurück – menschlicher Geruch oder Störungen können das Tier gefährden.