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Ja zum Nachtragskredit für die ARA Thurau

Die 21 Delegierten des Abwasserverbands Thurau stimmten am 1. April 2026 dem Nachtragskredit für die ARA Thurau geschlossen und ohne Gegenstimme zu. Nach intensiven Diskussionen in den vergangenen Wochen genehmigten sie einen um rund 75 Mio. Franken erhöhten Baukredit. Damit tritt das regionale Grossprojekt für elf Gemeinden in die Bewilligungsphase ein.

Dass ein Projekt mit einer Gesamtsumme von 217 Mio. Franken und Mehrkosten von 75 Mio. Franken zu reden gibt, ist nachvollziehbar – zumal sich keine der beteiligten Gemeinden mit eigenen Vorhaben in vergleichbaren Grössenordnungen bewegt. Entsprechend stellten sich in den vergangenen Wochen zentrale Fragen zu Verantwortung, Kompetenzen, Controlling und Kontrolle, zu möglichen Fehlerquellen, zur fachlichen Beurteilung, zu Zweitmeinungen, Alternativen, zur Finanzierung sowie zum Erfüllungsgrad gesetzlicher Anforderungen. Delegierte und Verwaltungsrat nahmen diese Fragen ernst und sind sich ihrer Verantwortung für die Region bewusst. Im Vorfeld der Versammlung prüften sie deshalb nicht nur die naheliegenden Punkte vertieft, sondern setzten sich auch mit weiteren Aspekten auseinander, die nicht im öffentlichen Fokus standen – darunter Quervergleiche, Abschätzungen von Lieferrisiken sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse.

Verantwortung wahrnehmen
Vor diesem Hintergrund sahen sich die Delegierten in der Lage, einen fundierten Entscheid zu treffen. Sie wurden seit der Verbandsgründung im Frühjahr 2023 laufend über die Entwicklungsschritte informiert und in Zwischenentscheide einbezogen. Auch die Gemeinderäte der elf beteiligten Gemeinden hatten ausreichend Zeit, sich ein umfassendes Bild zu machen und ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Vertreter politischer Parteien konnten die Projektentwicklung im Rahmen eines Austauschs ebenfalls nachvollziehen. Der Entscheid fiel am Ende klar und ohne Gegenstimme.

Keine plausiblen Alternativen
Das gemeinsame Ziel des Gewässerschutzes sowie die durchdachte Gesamtkonzeption des Systems, das bestehende Infrastruktur mit der neuen ARA verbindet, erwiesen sich als tragfähig. Mögliche Alternativen hätten weder zeitlich noch qualitativ oder finanziell ein vergleichbares Niveau erreicht. Die ARA Thurau setzt die gesetzlichen Anforderungen effizient und wirksam um. Markus Gresch, Geschäftsführer der ARA Thurau, zeigt sich erfreut: «Dieser Entscheid ist ein wichtiger Meilenstein. Wir haben Klarheit und eine solide Basis. Ich freue mich auf den Baustart – hoffentlich noch in diesem Jahr.»

Investition in die Zukunft der Region
Das von den Delegierten mit dem Nachtragskredit beschlossene Bauprojekt weist Gesamtkosten von rund 217 Millionen Franken aus. Es basiert auf einem detaillierten Bauprojekt mit präziser Kostenbasis per Oktober 2025. Nach Abzug der erwarteten Bundesbeiträge belaufen sich die Nettokosten auf knapp 200 Millionen Franken. Verwaltungsratspräsident Lucas Keel betont sowohl die Dimension des Projekts als auch die Bedeutung der Zusammenarbeit: «Seit 14 Jahren arbeiten wir an diesem Vorhaben. Mal steht es stärker im Rampenlicht, mal weniger. Wir erfüllen einen gesellschaftlichen Auftrag im Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen. Bis zum Abschluss werden noch rund neun Jahre vergehen. Umsicht, Beharrlichkeit und Kontinuität sind entscheidend. Dieser Entscheid war ein wichtiger Schritt.»

 

Hintergrund des Entscheids
Die Kostenentwicklung der ARA Thur-au wurde in den letzten Wochen intensiv diskutiert und eingeordnet – sowohl innerhalb der Parteien als auch in der breiten Öffentlichkeit. Die Mehrkosten von 75 Mio. Franken lassen sich im Wesentlichen auf drei Faktoren zurückführen: die allgemeine Teuerung, die vertiefte Projektierung bis zur Baureife sowie zusätzliche Anforderungen im Gewässerschutz und im Betrieb. Das Grundkonzept der Anlage bleibt unverändert. Diese Einordnung wurde von den Delegierten bestätigt und der Nachtragskredit entsprechend freigegeben. Die ARA Thurau sichert langfristig die Abwasserentsorgung für elf Gemeinden und leistet einen wichtigen Beitrag zur Wasserqualität und zum Umweltschutz in der Region.

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