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Hintergründe aus den Abteilungen

Im Leben gilt vielfach die einfache Regel «80/20»: Ungefähr 80 Prozent im Jahr arbeiten, 20 Prozent Ferien. Oder mit einem Aufwand von 20 Prozent erreicht man ein gutes Ergebnis von 80 Prozent, bis das Ergebnis zu 100 Prozent «top» ist, muss man sich 80 Prozent zusätzlich ins Zeug legen. So läuft es auch ungefähr in den Abteilungen, der Schule und im Wohn- und Pflegeheim Lindenbaum.

Im Hintergrund einer Gemeinde tut sich einiges, das nicht bis zum Gemeinderat durchdringt. Die Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter berichteten ihm über ihre Arbeit.

Dies wurde dem Gemeinderat kürzlich bewusst, als ihm die Abteilungsleiter-innen und Abteilungsleiter aus ihrem Alltag berichteten. So zeigte zum Beispiel die Leiterin des Einwohneramtes auf, welche Mühen und Nöte sie mit Bewohnerinnen und Bewohnern einer mehr schlecht als recht geführten Kollektivunterkunft hat.

Ein Haus mit 15 einzeln vermieteten Zimmern
Eine Person mietet ein ganzes Haus mit 15 Zimmern. Nun vermietet der Mieter die einzelnen Zimmer weiter, eigentlich wie eine grosse Wohngemeinschaft. Nur wohnt der Mieter aber nicht im Haus, sondern andernorts. Die Untermieter sind vor allem Menschen, die von überall herkommen und auf verhältnismässig günstigen, ohne grosses Nachfragen erhältlichen Wohnraum angewiesen sind. Sie haben aber kein gemeinsames Wohnzimmer und keine Küche, um die Geselligkeit zu pflegen, sondern nur eine Kochmöglichkeit im Flur, eine Gemeinschaftsdusche und ihr möbliertes Zimmer. Kurz: Ein Dach über dem Kopf. Mehr interessiert die Untermieter nicht. Das hat zur Folge, dass das Einwohneramt stetig nachrennen muss, wer darin wohnt und ob die obligatorische Krankenversicherung vorhanden ist. Wenn die Rechnungen offen bleiben, kommen das Betreibungsamt zum Zug und je nachdem auch das Sozialamt. Wenn die Zahlungsbefehle nicht zugestellt werden können, muss die Polizei diese überbringen, ebenfalls mehr oder weniger erfolgreich, weil die betreffende Person vielleicht schon wieder ausgezogen ist. Und ob die Bewohnerinnen und Bewohner eine gültige Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung besitzen, ist wieder etwas anderes, nämlich Sache des Migrationsamtes. Wenige Personen können ganz schön auf Trab halten.

Was geht im Untergrund ab?
Im Untergrund Verborgenes holte der Leiter des Unterhaltsdienstes ans Licht. Er zeigte auf, was es braucht, damit die Strassenschächte richtig funktionieren. Auf den ersten Blick leiten die Schächte das Wasser von den Strassen ab. Auf den zweiten Blick fliesst das Wasser in Schlammsammler, die regelmässig geleert und geflickt werden müssen, sodass nur Wasser in das Kanalisationssystem fliesst und Öl, Sand, Abfälle oder auch Bauschutt zurückgehalten werden. Eine wichtige Arbeit, mit der man mit 20 Prozent Aufwand schon sehr viel erreicht.

Was durch die ARA geht
Der Klärmeister zeigte auf, wo die Ewigkeitschemikalien PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) überall versteckt sind, nämlich in Outdoorbekleidung, Lebensmittelverpackungen, Kosmetika, Skiwachs usw. Mit dem Waschen der Kleider oder des Körpers oder durch den Abrieb gelangen sie in die Umwelt. Leider lösen sich diese Chemikalien nicht auf, sondern bleiben auch nach der Reinigung in der ARA im Wasser und damit zu 100 Prozent dauerhaft in der Umwelt.

ZEV, vZEV, LEG und Co.
Das Elektrizitätswerk (EW) beschäftigt sich stark mit den Eigenverbrauchslösungen bzw. wie der von über 400 Photovoltaikanlagen produzierte Strom nicht nur vom Produzenten selbst, sondern auch von den Nachbarn verbraucht werden kann. Das EW bietet verschiedene Lösungen, wie die Produzenten ihre Energie zu einem besseren Preis als dem vom Bund vorgegebenen Preis verkaufen können.

Vereinfachung für das Steueramt
Seit diesem Jahr kann die Steuererklärung mit der webbasierten Lösung E-Tax SG ausgefüllt und mit den Belegen elektronisch eingereicht werden. Die neue Lösung kommt im Grossen und Ganzen gut an und der vollelektronische Kanal wird gut genutzt. Die komplett papierlose Einreichung kann voraussichtlich weiter zulegen, was zu Vereinfachungen führt.

Vielfalt in der Gemeinderatskanzlei
Die Gemeinderatskanzlei beschäftigte sich im letzten Jahr mit verschiedenen Anliegen, mit denen sich der Gemeinderat zum Teil nicht mehr befassen musste. Mit Rekursen gegen Gebühren infolge von Brandmeldeanlagen-Fehlalarmen, Vermessungskosten, einem neuen See im Gebiet Bürgerguet, einem Enteignungsverfahren mit der kantonalen Schätzungskommission für Enteignung, verschiedenen Reglementen, Mieterausweisungen oder die Umzonung eines abseits gelegenen Landwirtschaftsbetriebes in  eine Bauzone.

Tagesstrukturen TAGIZ
Die Leiterin der TAGIZ berichtete über die Ausbildung der Lernenden Fachfrau Betreuung Kind, die vielen Kinder, die das Angebot beanspruchen sowie den geplanten Umzug der TAGIZ Züberwangen in andere Räume. Eine grosse Erleichterung brachte der digitale Anmeldeprozess über die Schulmanagementsoftware Pupil. 

1,5 neue Klassen in der Schule
Normalerweise besuchen durchschnittlich 48 Kinder eines Jahrgangs die Schule. Weil zwei grosse Jahrgänge mit 60 und 68 Kindern beschult werden, müssen auf das kommende Schuljahr 2026/27 zusätzlich ein halber Kindergarten in Züberwangen und eine 1. Klasse in Zuzwil eingerichtet werden. Dies bedeutet, neues Schulmobiliar, Lehrmittel und Verbrauchsmaterial anschaffen, Räume neu verteilen und bauliche Massnahmen vornehmen. Zudem mussten zusätzliche Lehrpersonen rekrutiert werden

Wohn- und Pflegeheim Lindenbaum
Der Lindenbaum ist sehr gut ausgelastet. Über 15'000 Übernachtungen zählte das Haus mit 42 Plätzen im Jahr 2025, das von Menschen mit einem Altersdurchschnitt von 87 Jahren bewohnt wird. Herausfordernd sind die Rekrutierung von qualifiziertem Pflegepersonal und der Umgang mit der steigenden Nachfrage nach Pflege-plätzen. Temporäre Fachkräfte sind kostenintensiv, um Personalengpässe zu überbrücken. 

Finanzverwaltung
Inzwischen erhält das Personal bis auf wenige Ausnahmen die Lohndokumente per E-Mail. Ebenso konnten kürzlich die Projekte «Belegscanning» und «Kreditoren-Workflow» erfolgreich abgeschlossen werden. Dabei werden die eingehenden Rechnungen eingescannt und elektronisch den zuständigen Personen zum Visum und Zahlungsfreigabe weitergeleitet. Dadurch können künftig die Belege einfach digital eingesehen werden.

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